Informationen zur Fortbildung
Dozent:in
Die Fortbildung wird von Berit Kempe geleitet.
Datum/Zeit
18.09.2026 von 16:00 Uhr bis 19:00 Uhr.
Veranstaltungsort
Online
Kosten
50,00 €
Fortbildungspunkte
Sie erhalten für die Teilnahme an diesem Seminar 5 Fortbildungspunkte.
Kursinhalt der Fortbildung
Ziele der Veranstaltung
- Psychosoziale Problemlagen von Patient:innen besser einschätzen und gezielt passende Unterstützung vermitteln können
Inhalte
- Soziale Problemlagen von Patient:innen und ihr Einfluss auf den therapeutischen Prozess
- Unterstützungsmöglichkeiten jenseits der medizinischen und psychotherapeutischen Behandlung
- Psychosoziale Angebote, Beratungsangebote und Zugangswege
- Einführung in Grundlagen des Umgangs- und Sorgerechts
Methoden
- Vortrag
- Fallarbeit im Plenum
- Besprechung von Fallkonstellationen der Teilnehmenden
Warum Soziale Arbeit für Psychotherapeut:innen relevant ist
Psychische Erkrankungen entstehen selten im Vakuum und sie lassen sich auch nicht losgelöst von den Lebensbedingungen der Betroffenen behandeln. Für approbierte psychologische Psychotherapeut:innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen gehört es zum Praxisalltag, dass Patient:innen neben ihrer psychischen Erkrankung auch soziale Problemlagen mitbringen, die den Therapieverlauf erheblich beeinflussen können. Auch Psychotherapeut:innen in Ausbildung begegnen dieser Schnittstelle früh, spätestens dann, wenn Diagnostik und Behandlungsplanung auf Lebensrealitäten treffen, die über die Therapiestunde hinausreichen. Diese Fortbildung vermittelt das Handwerkszeug, um soziale Kontextfaktoren in der Psychotherapie systematisch zu berücksichtigen.
Soziale Problemlagen erkennen und einordnen
Wohnungslosigkeit, Arbeitslosigkeit, familiäre Konflikte, soziale Isolation, rechtliche Unsicherheiten: soziale Belastungen treten in der psychotherapeutischen Praxis in vielen Formen auf. Sie sind häufig nicht Thema der Behandlung im engeren Sinne, stehen ihr aber oft im Weg: Wer in einer akuten Lebenskrisen steckt oder mit der Bewältigung belastender Situationen überlastet ist, hat begrenzte Kapazitäten für therapeutische Veränderungsprozesse. Das diagnostische und therapeutische Vorgehen sollte diese sozialen Aspekte daher nicht ausblenden, sondern gezielt berücksichtigen. Die Fortbildung gibt einen strukturierten Einblick in typische soziale Problemkonstellationen und zeigt, wie spezifische Belastungen erkannt, eingeordnet und im therapeutischen Rahmen angemessen adressiert werden können.
Psychosoziale Angebote kennen und vermitteln
Psychotherapeut:innen müssen keine sozialpädagogischen Fachkräfte sein aber sie profitieren davon, zu wissen, welche Unterstützungsangebote es gibt und wie Patient:innen daran gelangen. Die Fortbildung vermittelt einen praxisnahen Überblick über relevante Einrichtungen und Anlaufstellen: von der Suchtberatung über sozialpädagogische Familienhilfe und Familienberatung bis hin zum sozialpsychiatrischen Dienst. Neben den Angeboten selbst geht es auch um Zugangswege und Abläufe, also darum, wie Beratung und professionelle Unterstützung konkret in die Begleitung von Patient:innen integriert werden kann. Wer weiß, wo und wie Hilfe verfügbar ist, kann gezielter vermitteln und entlastet damit sowohl die Patient:innen als auch den eigenen therapeutischen Prozess.
Umgangs- und Sorgerecht in der therapeutischen Praxis
Rechtliche Rahmenbedingungen sind in der Psychotherapie selten das zentrale Thema und dennoch können Grundlagenkenntnisse im Umgangs- und Sorgerecht den Unterschied machen. Besonders für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen und angehende KJP ist dieses Wissen praxisrelevant: Wenn Elternteile im Konflikt stehen, Sorgerechtsregelungen unklar sind oder Kinder zwischen verschiedenen Lebenswelten pendeln, berührt das unmittelbar die therapeutische Arbeit. Die Fortbildung vermittelt rechtliche Grundlagen, die helfen, solche Konstellationen einzuordnen und den Behandlungsverlauf entsprechend zu gestalten – ohne juristische Tiefe, aber mit dem nötigen Orientierungswissen für die Psychotherapie.
Anmeldung und nächste Schritte zur Fortbildung 2026
Die Anmeldung zur Fortbildung erfolgt über das Formular auf dieser Seite. Da die Veranstaltung im Online-Format stattfindet, sind die Plätze dennoch begrenzt – ein guter Austausch unter den Teilnehmenden hat Priorität. Eine rechtzeitige Anmeldung ist daher empfehlenswert. Die Fortbildung findet im September 2026 online über Microsoft Teams statt und wird von Berit Kempe geleitet, Dipl. Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin. Approbierte Psychotherapeut:innen erhalten 5 Fortbildungspunkte; Ausbildungsteilnehmende können die Veranstaltung mit 5 Unterrichtseinheiten für die Freie Spitze anrechnen lassen. Die Fortbildung ist damit nicht nur fachlich relevant, sondern leistet auch einen konkreten Beitrag zur beruflichen Weiterentwicklung in der Psychotherapie.

