Informationen zur Fortbildung
Dozent:in
Die Fortbildung wird von Dipl.-Psych. Johanna Wegscheider geleitet.
Datum/Zeit
06.11.2026 von 13:00 Uhr bis 17:30 Uhr
Veranstaltungsort
Online
Kosten
45,00 €
Fortbildungspunkte
Sie erhalten für die Teilnahme an diesem Seminar 6 Fortbildungspunkte.
Kursinhalt der Fortbildung
Ziele der Veranstaltung
- Vermittlung von Motivation und Sicherheit für eine selbständige Tätigkeit oder Praxisgründung
- Kennenlernen der Vor- und Nachteile der Selbständigkeit
- Fähigkeit zur realistischen Einschätzung von Umsatzerwartungen
- Vergleich von Einkünften aus selbständiger Tätigkeit mit (Tarif-)Gehältern
- Klärung individueller Fragen zur Selbständigkeit
Inhalte
- Eigene Eignung: Persönlichkeitstypen von Selbständigen, Risiken und Vorteile
- Bürokratische Voraussetzungen und Hürden
- Verschiedene Optionen der Gründung (eigene Privat-/KEV-Praxis, freie Mitarbeit, Jobsharing, Selbständigkeit als Heilpraktiker:in für Psychotherapie während der Ausbildungszeit)
- Besonderheiten der Raumgestaltung
- Marketing
- Rechnungsstellung
- Versicherungen
- Selbständigkeit und Elternzeit
- Beschäftigung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern
- Besonderheiten der KJP-Praxis
Praxisgründung für Psychotherapeut:innen: von der Approbation in die Selbstständigkeit
Die Approbation ist der entscheidende Schritt, doch sie bereitet vor allem auf die psychotherapeutische Arbeit vor, nicht auf die Gründung einer eigenen Praxis. Wer sich selbstständig machen möchte, steht plötzlich vor einer zweiten, ganz anderen Lernkurve: unternehmerische Entscheidungen, bürokratische Anforderungen, finanzielle Planung. Sobald man die Approbation in der Hand hält, stellt sich für viele die Frage: Praxis gründen – ja oder nein? Und wenn ja, wie? Die Fortbildung setzt genau hier an: Sie vermittelt Orientierung für alle, die den Schritt in die Selbstständigkeit ernsthaft erwägen oder bereits konkret planen – mit realistischer Einschätzung der Vor- und Nachteile, der eigenen Eignung und der unternehmerischen Dimension, die mit der Gründung Ihrer eigenen psychotherapeutischen Praxis einhergeht.
Optionen der Praxisgründung im Überblick
Wer eine eigene Praxis zu eröffnen plant, hat mehr Optionen als oft angenommen. Die klassische Einzelpraxis – ob als Privatpraxis oder mit Kassenzulassung – ist nur ein möglicher Weg. Daneben stehen Modelle wie freie Mitarbeit, Jobsharing oder die Gründung im Verbund. Jede Option hat ihre eigene Logik: Die Beantragung der Krankenkassenzulassung über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) ist Voraussetzung für die Behandlung gesetzlich Versicherter und an konkrete Bedingungen geknüpft – von der Bedarfsplanung bis zum jeweiligen Therapieverfahren. Wer als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:in niedergelassen tätig sein möchte, begegnet dabei zusätzlichen Besonderheiten. Die Fortbildung gibt einen strukturierten Überblick über alle gängigen Gründungsmodelle und hilft, das passende für die eigene Situation zu identifizieren.
Bürokratische Voraussetzungen und Praxisorganisation
Bevor der Praxisalltag beginnen kann, müssen zahlreiche organisatorische und rechtliche Weichen gestellt werden. Dazu gehören die Anmeldung beim zuständigen Amt, die Einhaltung der Berufsordnung, der Abschluss notwendiger Versicherungen sowie die datenschutzkonforme Verwaltung von Patientenakten und Patientendaten. Auch die Wahl geeigneter Räumlichkeiten ist mehr als eine praktische Frage: Standortwahl, Anmietung, mögliche Nutzungsänderung und die Anforderungen an die Raumgestaltung sind Teil des rechtlichen Rahmens, den es vor der Eröffnung zu klären gilt. Das Seminar verschafft einen praxisnahen Überblick über all diese Hürden – damit der Einstieg in die Praxis gründen nicht am Bürokratischen scheitert.
Finanzen, Abrechnung und Rechnungsstellung
Die finanziellen Aspekte einer Praxisgründung werden häufig unterschätzt. Wie hoch sind realistische Umsatzerwartungen – und wie verhalten sie sich im Vergleich zu einem Tarifgehalt? Welche Möglichkeiten der Rechnungsstellung gibt es, und wie funktioniert die Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen? Ein durchdachter Businessplan ist nicht nur für Kreditgespräche relevant, sondern schärft den eigenen Blick für Rentabilität und Liquidität. Darüber hinaus lohnt ein Blick auf Fördermittel und Förderprogramme für Existenzgründer – etwa Gründungszuschüsse oder spezifische Förderprogramme, die je nach Bundesland variieren. Die Fortbildung beleuchtet diese finanziellen Aspekte konkret und gibt Orientierung für eine realistische Kalkulation.
Marketing, Sichtbarkeit und Patientenstamm aufbauen
Eine psychotherapeutische Praxis braucht Patient:innen – und die kommen nicht von allein. Gleichzeitig ist Marketing im Gesundheitswesen kein freies Feld: Das Heilmittelwerbegesetz (HWG) setzt klare Grenzen für Werbemaßnahmen, und auch die Berufsordnung ist zu beachten. Innerhalb dieses Rahmens gibt es jedoch wirksame Möglichkeiten, Sichtbarkeit aufzubauen: eine professionelle Online-Präsenz, Einträge in relevanten Verzeichnissen, lokale Vernetzung. Wer früh versteht, wie ein nachhaltiger Patientenstamm entsteht, legt den Grundstein für eine wirtschaftlich tragfähige Praxis.
Besondere Konstellationen: KJP-Praxis, Elternzeit und Personalführung
Nicht jede Praxisgründung verläuft nach dem Standardmodell. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen begegnen bei der Gründung spezifischen Anforderungen – von der Raumgestaltung bis zur Abrechnung. Wer plant, die Selbstständigkeit mit Elternzeit zu verbinden, steht vor eigenen rechtlichen und organisatorischen Fragen. Und wer Mitarbeitende beschäftigen möchte, übernimmt als Arbeitgeber:in Verantwortung: Arbeitsverträge, Personalführung und Personalkosten werden Teil des Praxisalltags. Die Fortbildung greift diese besonderen Konstellationen gezielt auf und schafft Raum für individuelle Fragen.
Anmeldung und nächste Schritte zur Fortbildung 2026
Die Anmeldung zum Seminar erfolgt über das Formular auf dieser Seite. Obwohl die Veranstaltung online stattfindet, sind die Plätze begrenzt – der Raum für individuelle Fragen zur Gründung einer psychotherapeutischen Praxis ist ausdrücklich Teil des Konzepts. Eine rechtzeitige Anmeldung ist daher empfehlenswert. Die Fortbildung findet im November 2026 via Microsoft Teams statt und wird von Dipl.-Psych. Johanna Wegscheider geleitet. Approbierte Psychotherapeut:innen erhalten 6 Fortbildungspunkte, Ausbildungsteilnehmende 6 Unterrichtseinheiten für die Freie Spitze. Die Fortbildung ist durch die OPK zertifiziert und bundesweit anerkennungsfähig.


