Magdeburger Ausbildungsinstitut für Psychotherapeutische Psychologie

Empower yourself

Was sind eigentlich Richtlinienverfahren?

Verhaltenstherapie – Tiefenpsychologie: Was ist damit gemeint?

Am MAPP-Institut werden künftige Psychotherapeuten in den Richtlinienverfahren Verhaltenstherapie und Tiefenpsychologie ausgebildet. Hat ein Patient eine diagnostizierte psychische Störung, so stellen die genannten Richtlinienverfahren verschiedene Herangehensweisen an das gleiche Problem dar. In wenigen Worten lassen sich die Unterschiede beider Verfahren folgendermaßen wiedergeben: Die Tiefenpsychologie arbeitet eher aufdeckend, während die Verhaltenstherapie eher auf die Problemlösung zielt. Nachfolgend sei eine kurze, für praktische Zwecke handhabbare Unterscheidung versucht.

Ein kurzer Vergleich von Verhaltenstherapie und Tiefenpsychologie

Der verhaltenstherapeutisch orientierte Psychotherapeut (es sind selbstverständlich stets beide Geschlechter gemeint) wird vor allem Mittel und Wege suchen, um das konkret beobachtbare, belastende oder störende Verhalten zu beeinflussen. Zeigt das Kind ein Aufmerksamkeitsdefizit, so werden in der Therapie Übungen zur Verbesserung der Aufmerksamkeitsleistung durchgeführt. Handelt es sich depressives, also oft trauriges, niedergeschlagenes Verhalten, so wird in der Therapie einerseits versucht werden, die dieses Verhalten unterstützenden negativen Gedanken durch positivere gewissermaßen auszutauschen, sowie nach konkreten Möglichkeiten im Alltag zu suchen, wie dem Patient Erfolgserlebnisse verschafft werden können.

Die tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapeutin wird demgegenüber nicht so sehr unmittelbar auf das konkrete Problem eingehen. Stattdessen versucht sie, über spielerische Aktivitäten und Gespräch die dem Problem zugrundeliegenden unbewussten Konflikte, die kaum im Hier und Jetzt, sondern eher in der Vergangenheit liegen, zu lösen. Wer sich von der Therapie ganz konkrete Tipps für Alltagsprobleme erwartet, wird bei tiefenpsychologisch orientiertem Vorgehen möglicherweise etwas enttäuscht werden. Demgegenüber liegt der Gewinn aber in der langfristigen Klärung der Gründe für die Entstehung eines Problems.

Beide Verfahren haben ihre Effektivität in der Psychotherapie wissenschaftlich unter Beweis gestellt. In der Praxis wird aber jeder Psychotherapeut seine Vorgehensweise zudem mit weiteren evidenzbasierten Methoden und Verfahren mischen. Trotz oder gerade wegen der hohen Standardisierung der Psychotherapie, die sich in der Anerkennung als Heilberuf zeigt, ist Psychotherapie noch immer ein sehr individueller Prozess, in den sich auch der jeweilige Psychotherapeut über die Richtlinienverfahren hinaus mit seinen eigenen Kenntnissen, Fähigkeiten und Stärken einbringt.

Heidi Zorzi - Traumabezogene Spieltherapie Grundlagen

04.03.2019

In diesem Jahr bieten wir diese Fortbildung aufgrund des großen Interesses an der Thematik vom 13.07. - 14.07.2019 erneut an. Sie umfasst 16 Unterrichtseinheiten, in denen die traumapsychologischen Grundlagen der Behandlungsmethodik vermittelt werden. Die Fortbildung ist die Grundlage für das Aufbauseminar mit Frau Dorothea Weinberg im Januar 2020.

» weiterlesen