Magdeburger Ausbildungsinstitut für Psychotherapeutische Psychologie

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Selbsterfahrung

Nur in wenigen Berufen hängt der Erfolg der Tätigkeit so sehr von eigenen Persönlichkeitsmerkmalen ab wie in dem der PsychotherapeutIn. Im Rahmen des Ausbildungsteiles „Selbsterfahrung“ soll die Person der TherapeutIn in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt werden. Es wird zwischen Gruppen- und Einzelselbsterfahrung unterschieden.

Grundsätzlich lassen sich zwei Schwerpunkte der Selbsterfahrung unterscheiden, die sich im günstigsten Fall miteinander verschränken:

  1. Förderung personaler und sozialer psychotherapeutischer Kompetenz mit Bearbeitung persönlicher, auch biographischer Themen des Therapeuten, sowohl abhängig als auch unabhängig von seiner aktuellen therapeutischen Tätigkeit. Veränderung persönlicher Probleme und Ziele.
  2. Entwicklung von Methodenkompetenz durch Erleben und Anwenden typischer Methoden und Techniken des jeweiligen Verfahrens an sich selbst.

Im Einzelnen ergeben sich folgende Aufgaben- und Themenfelder für die Selbsterfahrung:

  • Verbesserung psychischer Stabilität
  • Sensibilisierung für die eigene Dynamik bzw. das eigene psychische Funktionieren
  • Bearbeitung eigener Problematik, die in der Übertragungs- und Gegenübertragungsbeziehung zum Patienten aufgefallen ist (insbesondere Einzelselbsterfahrung)
  • Verbesserung von Empathie durch Eigenerleben der „Patientenrolle“
  • Verbesserung der Beziehungsfähigkeit
  • Entwicklung von Selbstwirksamkeit durch sich Einlassen auf therapeutische Beziehung zu einem erfahrenen Therapeuten
  • Modelllernen durch Beobachten des Selbsterfahrungsanleiters
  • Prävention von Burn Out

Gruppenselbsterfahrung

In der Gruppenselbsterfahrung werden Übungen durchgeführt, die die angehenden PsychotherapeutInnen in Berührung mit der eigenen Biographie bringen. Typisches Rollenverhalten in unterschiedlichen Funktionen kann durch Gespräche, szenische Spiele und Übungen deutlich werden und gegebenenfalls auch verändert werden.

Die Gruppenselbsterfahrung umfasst insgesamt 120 Stunden. Es hat sich als günstig herausgestellt, diese Stundenzahl in vier Blöcken zu 30 Stunden oder in fünf Blöcken zu je 24 Stunden zu absolvieren. Diese Blöcke werden dann auf den gesamten Ausbildungszeitraum verteilt. Durch den größeren Abstand von ca. einem Jahr zwischen den Blöcken werden Veränderlichkeiten wie auch Konstanten der Persönlichkeit im Verlauf der Ausbildung besser erfahrbar.

Entsprechend der Vorgaben der Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen ist die Selbsterfahrung verfahrensspezifisch. Deshalb können Gruppenselbsterfahrungsseminare nicht in Kursen eines anderen Verfahrens nachgeholt werden.

Einzelselbsterfahrung

Zusätzlich zu den 120h Gruppenselbsterfahrung unterstützt das MAPP TherapeutInnen aller Ausbildungsrichtungen gleichermaßen bei der zusätzlichen Durchführung von 20 Stunden Einzelselbsterfahrung. In der Ausbildungsrichtung PP-TP sind 45 Einheiten Einzelselbsterfahrung bereits inklusive, hier gibt es nicht noch eine zusätzliche finanzielle Unterstützung zusätzlicher Einzelselbsterfahrung.

Zwischen Einzelselbsterfahrung und Eigentherapie ist zu unterscheiden. Therapie ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Diagnose im Sinne der ICD-10 gestellt wird und die Behandlung auf die Heilung dieser Diagnose fokussiert. In der Einzelselbsterfahrung ist regelhaft davon auszugehen, dass die Zusammenarbeit zwischen SelbsterfahrungsleiterIn und AusbildungsteilnehmerIn nicht auf der Grundlage einer Diagnose beruht und keine Krankenbehandlung darstellt. Sofern eine SelbsterfahrungsleiterIn im Rahmen der Gruppen- oder Einzelselbsterfahrung zum Ergebnis kommt, eine behandlungsbedürftige psychische Störung liege vor, so soll die AusbildungsteilnehmerIn darauf hingewiesen werden. Die Behandlung der Störung selbst darf nicht Bestandteil der Einzelselbsterfahrung sein.

Bitte beachten Sie: Das MAPP-Institut unterstützt bis zu 20 Stunden Einzelselbsterfahrung finanziell (im PP-TP werden anstatt dessen 45 Stunden voll übernommen). Die Kosten für eine Einzelselbsterfahrungsstunde werden mit 87,-- Euro veranschlagt. Das MAPP übernimmt hiervon 51,-- Euro. Dieser Anteil wird seitens der SelbsterfahrungsleiterInnen direkt mit dem MAPP abgerechnet. Der Restbetrag von 36,-- Euro ist einzelvertraglich zwischen SelbsterfahrungsleiterIn und AusbildungsteilnehmerIn zu regeln.